Bereska, Dussia

 

Dussia Bereska

Vita
* 21. Juli 1885 in St. Petersburg
† 6. Juli 1953 Berlin
Dussia Bereska nahm in ihrer Geburtsstadt Ballettuntericht bei Platon Karsawin, dem Vater der berühmten Tänzerin der Ballets russes, Tamara Karsawina. 1916 kommt sie an die Labanschule in Zürich. Sie wird enge Vertraute Labans bei der Entwicklung von dessen Bewegungslehre und unterstützt ihn bei der Niederschrift seines Buches Die Welt des Tänzers (1920). Mutter eines gemeinsamen Kindes, betreut sie während mehrerer Jahre die Truppe und die künstlerische Arbeit Labans in allen praktischen und organisatorischen Fragen. Sie ist Mitbegründerin und Leiterin der « Tanzbühne Rudolf von Laban », der späteren « Kammertanzbühne ». Als Lehrerin und Vermittlerin der Lehre Labans ist sie europaweit unterwegs. Zu ihren Schülern und Mitarbeitern zählen viele bedeutende Vertreter der deutschen Tanzszene, darunter Kurt Jooss, Jens Keith, Albrecht Knust, Edgar Frank oder Hertha Feist. 1924 löst sich die Labantruppe während eines Gastspiels in Kroatien aufgrund schwerer Finanznöte auf. Bereska geht nach Rom und eröffnet dort eine Labanschule, kommt aber einige Zeit später nach Hamburg, wo sich die Truppe neu konstituiert hat. 1929 trennt sie sich einvernehmlich von Laban und geht nach Paris, wo sie erneut eine Schule gründet. 1932 assistiert ihr dort Labans Mitarbeiterin Gertrud Snell, die an der Ausarbeitung der Kinetographie mitgewirkt hatte. Später stoßen mehrere Emigranten hinzu, etwa Heinz Finkel. Auch die Holländerin Marie-Louise Van Veen wird Mitarbeiterin an Bereskas Schule. 1935 und 1938 vertritt Dussia Bereska mit Vorträgen und Lecture demonstrations Labans Lehre an den Archives internationales de la danse in Paris. 1937 wendet sich Laban an sie, um ihm bei der Ausreise aus Deutschland zu helfen, wo er mittlerweile in Ungnade gefallen war. Nach dem Krieg lebt Dussia Bereska als Übersetzerin der Alliierten Besatzungsmächte in Berlin.

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